Der aktuelle Umwelttipp

Dezember 2022

Zeit in der Vorweihnachtszeit

Haben wir gelernt aus den letzten Jahren? Dann hetzen wir nicht durch die Kaufhäuser oder über übervolle Weihnachtsmärkte, sondern schenken uns jetzt schon Zeit. Keine Gutscheine für irgendwann irgendwo bestellen, sondern jetzt, heute Abend, morgen, am Wochenende treffen und unbeschwerte gemeinsame Momente genießen. Warum nicht ein Foto machen und als lieben Weihnachtsgruß an Freunde schicken, die nicht dabei sein können?

Warum nicht mal gemeinsam Plätzchen backen und gleich genießen, anstatt sie erst zu Weihnachten zu verschenken? Wenn die Zeit zu knapp ist, abends einen Teig vorbereiten und dann am nächsten Tag einfach den Teig zum Freund oder Freundin mitbringen und zusammen ausstechen und backen. Gleich genießen, den Rest teilen und mit nach Hause nehmen. Warum nicht gemeinsam bei einem Kaffee oder Wein überlegen, was es an den Festtagen in der jeweiligen Familie zu essen gibt?  Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Gemeinsam suchen, was ist eine gute, nachhaltige Alternative zu dem üblichen Gänse-, Enten-, Rinderbraten? Es muss nicht vegetarisch oder vegan sein, aber wie wäre es mit einem Rehbraten oder Wildschweingulasch an den Weihnachtsfeiertagen? Diese Tiere leben bis zum letzten Moment in ihrem natürlichen Lebensraum. Wer gerne bewusst Fleisch isst und auf eine hohe Qualität achtet, liegt bei Wildbret richtig. Auch hier gilt, vielleicht ein größeres Stück erwerben und mit Freunden teilen. Um unsere Wälder im ökologischen Gleichgewicht zu halten, gibt es in Deutschland genaue Pläne, wo jedes Jahr festgelegt wird, welche und wie viele Tiere in welchem Revier gejagt werden dürfen. Wild aus der Region bekommt man auf manchen Wochenmärkten, kleineren Weihnachtsmärkten oder bei Förster:in oder Jäger:in und oft auch einfach beim Fleischer. Nachfragen lohnt sich!

Eine besinnliche, genussvolle und entspannte Weihnachtszeit wünscht Ihnen Ihre Umweltbeauftragte.

 

 

November 2022

Energie zum Handeln, nicht zum Hadern

Spätestens seit dem Bericht des Club of Rome von 1972, wissen wir, dass Wachstum ökologische Grenzen hat. Viele aus den aus jeweiligen Annahmen resultierenden, möglichen Szenarien wurden leider sogar übertroffen, aller Kritiken zum Trotz. Das gilt vor allem für ein Thema, das 1972 noch unbekannt war: der Klimawandel.

Heute scheinen die Aussagen drängender denn je. 2016 schrieb der Club of Rome daher in einem Manifest, dass nicht die Werte die Menschen zur Umkehr treiben, sondern politische Beschränkungen die Werte ändern sollen, weil ‚sanft‘ der nötige Wertewandel nicht zu erreichen sei.

Politisch gesehen bräuchten wir dringend eine Kurswende hin zu nachhaltigen, öffentlichen Finanzen. Eine Grundlage dafür bietet der Bericht über die Berechnung der Umweltschäden*.

Viele Waldbrände verursachten direkte Verluste für die Forstwirtschaft im Wert von über 4,3 Mrd. Euro pro Jahr. Den Verlust erholsamer Waldspaziergänge können wir sehr viel schlechter messen, aber die Wissenschaftler schätzen ihn auf fast 400 Millionen Euro pro Jahr in den abgebrannten Wäldern. Um den Verlust anderer positiver Wirkungen von Wäldern, wie z. B. deren Kühlung oder Wasserspeicherung, zu berechnen, fehlen noch Studien.

Führen wirtschaftliche Aktivitäten zu Schäden an unbeteiligten Dritten, so werden diese Schäden als externe Kosten bezeichnet. Das Grundprinzip der sogenannten Pigou-Steuer (Lenkungssteuer) besteht darin, gesellschaftliche Folgekosten - sogenannte externe Kosten - in das Angebots- und Nachfragekalkül von Unternehmen und Konsumenten zu integrieren. Eine konsequentere Bepreisung dieser externen Effekte durch Pigou-Steuern könnte einerseits die betrachteten Umwelt- und Gesundheitsschäden verringern und gleichzeitig erhebliche zusätzliche Steuereinnahmen generieren.*

Im September 2022 - 50 Jahre nach der Veröffentlichung von "Die Grenzen des Wachstums" - wurde ein neuer Bericht des Club of Rome mit dem Titel "Earth for All" veröffentlicht. Laut dem Bericht, der per Computersimulation erstellt wurde, hängt die Zukunft der Menschheit von „fünf außerordentlichen Kehrtwenden“ ab, die binnen eines Jahrzehnts angegangen werden müssen. Dabei geht es um die Bereiche Armut, Ungleichheit, Ernährung und Energie, auch müsse die Ermächtigung von Frauen vorangetrieben werden.

Die Rolle der Bildung und der Vermittlung von kritischem Denken wird herausgestellt: "Das bedeutendste Problem ist unsere kollektive Unfähigkeit, zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden". Nur so könnte die Erderwärmung unterhalb der Zwei-Grad-Marke stabilisiert und die Armut beendet werden. Unter anderem sollten Lebensmittel stärker lokal produziert und Verschwendung minimiert werden.

Es sind hoch gesteckte Ziele, die die Expertinnen und Experten für unverzichtbar halten - unmöglich zu erreichen aber sind sie nicht, wie die Forschergruppe an anschaulichen Beispielen und konkreten Lösungen für schnellen Wandel verdeutlicht.

All die Zahlen verleiten dazu, sich frustriert im Sessel einzuigeln und das Gefühl zu haben: „Na ja, was kann ich schon machen?“ Wir wissen ziemlich genau, was wir tun und welche Konsequenzen unser Tun für Umwelt und Gesellschaft hat. Zusammenhänge, bei denen wir wissen, dass unser Lebensstil als ein winziges Puzzleteil des großen Ganzen sehr wohl damit zusammenhängt.

Verschwenden wir nicht unsere Energie in Wut und Frustration, sondern kommen wir vom Wissen und Denken zum Handeln - wo immer wir das können, beherzigen wir das, jeden Tag.

Bewegen wir uns selbst, essen wir gesund, das kommt unserem Körper und unserem Planeten zugute. Wir wissen so viel: jeden Tag einen halben Teller voll Saisongemüse, regional. Beim Obst schlagen zuckerarme einheimische Beeren, süße Mangos oder Bananen, die lange Transportwege haben, um Längen. Milchprodukte nur in Maßen genießen, ein Glas Milch, eine Scheibe Käse oder eine Portion Quark oder Joghurt reichen ...

Miteinander ins Gespräch kommen, Informationen austauschen und kritisch hinterfragen. Und genießen wir die Natur mit jeder Faser unseres Körpers, tanken wir Energie, die wir für unser Handeln benötigen.

*Quelle: Die Berechnung der Umweltschäden in: Christina Roolfs, Matthias Kalkuhl, Tobias Bergmann, und Henrika Meyer (2021), „Quantifizierung externer Effekte als Steuerbasis für ein nachhaltiges Steuersystem“, 2021. https://ariadneprojekt.de/media/2021/06/Ariadne-Hintergrund_Steuerrefor…

 

Oktober 2022

Und wer macht das Licht aus?

Wir sollen, wollen, müssen Energie sparen.
Ja klar. Schon verstanden.

Für manche ist das wie ein zusätzlicher Sport.
Moderne Technologie, ein bisschen Disziplin,
die eine oder andere Stellschraube.

Für andere ist die Aufgabe so groß und abstrakt,
dass sie schon am Anfang kapitulieren.

Manche schaffen locker den Energiespar-Marathon.
Andere stöhnen schon bei den ersten Schritten.

Aber es beginnt immer mit den ersten Schritten.
Zum Beispiel: Jede und jeder, die die Toilette in unserer Kirche benutzt, macht beim Verlassen das Licht aus.
Nicht irgendwer irgendwann.

Zuhause erstmal nur ein kleines Energiesparziel. Das reicht.
Und wenn ich es vergessen haben, na dann.
Morgen kommt die nächste Chance.

Bloß keine Energie in Selbstbeschimpfung oder Frustration.
Es bringt was, ganz bestimmt.
Irgendwann wird es selbstverständlich.
Ganz bestimmt.

Das schenkt die innere Energie, die wir brauchen,
um die andere Energie zu sparen.

 

August und September 2022

Bücher und Umweltschutz?

Urlaubszeit ist Lesezeit. Auch beim Bücherkauf haben wir die Wahl, wo und wie wir einkaufen.

Unterstützen wir den lokalen Handel und kaufen beim Buchhändler um die Ecke? Genießen wir das Bücherstöbern nachts um 23 Uhr im Internet und bestellen mit einem Klick? Oder laden wir uns gleich das Buch auf unseren E-Book-Reader, Smartphone oder Tablet und können einige Minuten später schon beginnen zu lesen und uns die schlaflose tropische Nacht verkürzen? Aufgrund der Buchpreisbindung gibt es in Deutschland dabei fast keine Preisunterschiede.

Für den Kauf vor Ort spricht die Unterstützung des lokalen Handels. Auch hier kann bestellt werden und oft ist das Buch bereits am nächsten Tag abholbereit. Individuelle Beratungen oder persönliche Empfehlungen gibt es zum Buch vor Ort gratis dazu. Wenn wir Bücher online erstehen, haben wir die Möglichkeit diese beim fairen Onlinebuchhandel zu kaufen. Auch das Stöbern in Öffentlichen Büchertauschschränken lohnt sich. ‚Geben und nehmen‘ das christliche Prinzip gilt auch hier, so werden Bücher aus dem Schrank genommen und bereits gelesene hineinstellt. Bitte nicht als günstige Altpapierentsorgung nutzen! In Secondhand-Buchläden, zum Beispiel bei Oxfam, gibt es gebrauchte Bücher zum kleinen Preis.

Eine umweltfreundliche Alternative zum Buch könnten auch E-Books sein. Diese können über Smartphone, Tablets oder eigens dafür angeschaffte E-Book-Reader gelesen werden. Wenn man eine richtige Leseratte ist, reduziert sich das Gepäckgewicht bei einer Reise schon spürbar. Zu Bedenken ist, dass 99% der Umweltbelastung bei der Herstellung der E-Book-Reader entstehen. Sie enthalten, wie die meisten elektronischen Geräte, seltene Erden, hinzu kommen Transportkosten, da sie meist in China hergestellt werden. Die Ladevorgänge fallen später kaum ins Gewicht.

Das Ökoinstitut in Freiburg hat errechnet, dass bei zehn Büchern aus Frischpapier zu je 200 Seiten, die man neu erwirbt und mit dem Auto kaufen fährt, 11 kg Co2 (bei Recyclingpapier 9kg Co2) anfallen. Auf E-Book- Reader entfallen 8 kg Co2. Ab 22 Bücher ist der E-Book-Reader im Vorteil. Für Leser, die über 3 Jahre im Schnitt 30 Bücher pro Jahr lesen, hat der E-Book-Reader eindeutig die bessere Bilanz. Beim Buch verschlechtert sich die Bilanz je nach Nutzerverhalten, fahre ich für jedes Buch in die Stadt, kaufe ich Hardcover, was doppelt so viele Ressourcen verbraucht wie Soft Cover? Lese ich es einmal, leihe ich es aus, verschenke ich es weiter?

Wie wäre es mit dem Bücherschrank von Freunden, der Familie oder Kolleginnen und Kolleginnen? Wenn man die Bücher zurückbringt, kommt man ins Gespräch oder nach dem Urlaub lädt man gleich zu einem Urlaubsbrunch ein, dann haben auch ihre Freunde etwas von ihrer Erholung. 

Die Freunde sind alle im Urlaub, der Büchertauschschrank hat nur alte Kamellen zu bieten? Wie wäre es mit einem Bibliotheksausweis? Er lohnt sich auch für alle, die wenig lesen. Die Auswahl an aktuellen Büchern und Klassikern ist groß. Dort gibt es auch immer mehr E-Books für Smartphones oder Tablets, die man vielleicht sowieso schon hat und damit würden dann auch die umweltbelastenden Herstellungskosten für E-Book-Reader entfallen. Allerdings nutzen die modernen Reader ein so genanntes E-Ink-Display, das wenig Strom verbraucht und bis zu zwei Wochen lang durchhält. Wer seine Bücher auf einem gewöhnlichen Tablet liest, der verbraucht (noch) deutlich mehr Strom.

Wer alles richtig machen will, fährt mit dem Fahrrad zur Bücherei, leiht sich Bücher aus und liest sie bei Tageslicht. Im Sommer sind die Tage ja lang. Egal, wofür Sie sich entscheiden, haben Sie einen entspannten Sommer und anregende Lektüre!

 

Juli 2022

Wassermangel

Am 1. Juli hat der Himmel seine Schleusen geöffnet und es wurde erfrischend kühl. Die Natur, aber auch die Landwirtschaft, haben sich gefreut.

Die Landwirtschaft nutzt 70 % der weltweiten Süßwasservorkommen zum Anbau unserer Lebensmittel. Während der Wasserbedarf in Deutschland mit Regenwasser fast (noch!) gedeckt werden kann, muss beispielsweise in Spanien Wasser für Tomaten, Paprika, Aprikosen und was sonst noch so angebaut wird, aus Bewässerungsanlagen zugeführt werden – gespeist aus Grundwasserreserven, die immer schneller zur Neige gehen. Mit die größten ‚Schluckspechte‘ sind unsere geliebten und so vielseitig einsetzbaren Avocados. Rund 121 000 t importierte Deutschland im Jahr 2021. Avocados bevorzugen nährstoffreichen Boden, sie brauchen viel Licht – bis zu 2.000 Sonnenstunden im Jahr. Und sie brauchen Wasser, viel Wasser. Für ein Kilogramm Avocados, das sind etwa 2–3 Stück, werden bis zu 1.000 Liter Wasser benötigt. Da Avocados überwiegend in Regionen angebaut werden, in denen nicht ausreichend Niederschlag fällt, müssen die Avocado-Bäume bewässert werden. Aufgrund des Anbaus sind in manchen Anbauregionen die Flüsse und Kanäle ausgetrocknet, und sie leiden unter Wasserknappheit. 

Durch den Verzicht auf Pestizide und Dünger wird indirekt eine gewässerschonendere Landwirtschaft zertifiziert – aber nicht garantiert, da Wasser kein eigenes Kriterium ist. Auch Bio-Siegel sagen leider nichts über den Wasserschutz aus. Und auch Biofrüchte werden in riesigen Monokulturen angebaut. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Gemüsehändler, wo die Avocados herkommen, sie sollten zumindest aus einem Gebiet mit genügend Niederschlag kommen.Dann bleibt noch der lange Transportweg. In jedem Fall sollte die Avocado ein Genussmittel sein, das nur in Maßen gegessen wird.

Greifen Sie beim Einkauf lieber zu regionalen Alternativen: z. B. zu Walnüssen statt kalifornischen Mandeln. Die brauchen zwar auch viel Wasser, aber noch regnet es bei uns ausreichend. Wer auf regionale Produkte achtet, ist automatisch saisonal unterwegs und vermeidet mit seinem Konsum die Belastung des Wasserhaushaltes von Trockenregionen.

Es gibt in den meisten Fällen Alternativen. Für die Herstellung eines Liters Milch werden etwa 700 Liter Wasser benötigt. Dieser große Wasserfußabdruck setzt sich aus dem Wasserbedarf für die Futterpflanzen, für die Kuh selbst, für den landwirtschaftlichen Betrieb und für die Weiterverarbeitung der Milch zusammen. Die derzeit ökologischste Alternative ist Hafermilch, denn Hafer wächst seit jeher auf Europas Feldern und wird vom Regen bewässert. In einem Glas Haferdrink stecken nur 48 l Wasser und er ist damit Gewinner unter den Milchersatzprodukten mit Blick auf das virtuelle Wasser. Auch in anderen Aspekten wie dem Flächenverbrauch und den Treibhausgasemissionen wies pflanzliche Milch niedrigere Werte auf (Statista 2021).

Und wenn es wieder wärmer wird und wir nicht nur morgens, sondern auch mal nach der Arbeit duschen, können wir auch hier ganz einfach Wasser sparen. Und das schont nicht nur unsere Umwelt, sondern auch unseren Geldbeutel.

Herkömmliche Duschköpfe verbrauchen im Schnitt 12 bis 15 Liter Wasser pro Minute, Regenduschen sogar 20 Liter oder mehr. Bei einer 10-minütigen Dusche summiert sich der Wasserverbrauch auf bis zu 200 Liter pro Dusche! Zehn Minuten sind rasch um, besonders wenn Sie das Wasser beim Einseifen oder Shampoonieren weiterlaufen lassen. Wassersparende Duschköpfe haben einen kleineren Kopf und bündeln das Wasser auf eine kleinere Fläche. So verbrauchen sie weniger Wasser als große Duschköpfe.

Dann gibt es Durchflussbegrenzer, sie werden einfach zwischen der Armatur und dem Duschschlauch eingesetzt. So kann der Wasserdurchfluss auf sechs Liter pro Minute begrenzt werden, ohne dass sich das Duscherlebnis verändert. Ermitteln Sie doch mal Ihren persönlichen Wasserverbrauch. Halten Sie dazu Ihren Duschkopf in einen 10-Liter-Eimer, drehen Sie kaltes Wasser auf und stoppen Sie die Zeit (in Sekunden), bis der Eimer voll ist. Anschließend teilen Sie die Zahl 600 durch die Anzahl der Sekunden - das ergibt den Wasserdurchfluss in Litern pro Minute. Nun können Sie relativ genau ermitteln, wie viel Wasser Sie bei wie viel Minuten Duschzeit verbrauchen. Im Jahr kommen mit einer 6 Liter Brause 106,76 € und logisch, fast das dreifache mit einer 18-Liter Brause, also etwa 302,29 € zusammen (berechnet für Köln mit dem Duschrechner der Verbraucherzentrale NRW https://www.verbraucherzentrale.nrw/duschrechner).

 

Juni 2022

5. Juni 2022 – seit 50 Jahren Internationaler Tag der Umwelt

Vor 50 Jahren, am 5. Juni 1972, wurde in Stockholm der erste Weltumweltgipfel eröffnet. Die Vereinten Nationen haben diesen Tag später zum Internationalen Tag der Umwelt erklärt. Sie haben ihn ins Leben gerufen, um das weltweite Bewusstsein und das Handeln zum Schutz der Umwelt zu fördern. In diesem Jahr steht er international unter dem Motto: „#Only one earth“ und in Deutschland heißt das Motto „Natürlich Klima schützen: Moore, Wälder und Meere erhalten!“

Wirklich schon 50 Jahre?
Bei vielen Nachrichtenportalen erscheint am 5. Juni keine einzige Meldung dazu, schade! Warum erklären wir nicht ganzen Juni für uns persönlich zu unserem Umweltmonat? Na ja, Moore, Wälder, Meere, was kann ich da schon tun?

Moore: Die Wiederherstellung und dauerhafte Sicherung von naturnahen Wäldern und Mooren trägt auf ganz natürliche Weise zum Entzug von Kohlenstoff aus der Atmosphäre und dessen Speicherung bei. Sie speichern rund zwei Drittel der Kohlenstoffvorräte in Deutschland. Umgekehrt führen beispielsweise Entwässerung und Torfnutzung dazu, dass CO2 freigesetzt wird. 2019 war allein die Zersetzung von Moorböden für rund 6,7 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. 95 Prozent der deutschen Moorflächen fielen dem Land- und Torfhunger zum Opfer. Zur Erinnerung: Es dauert 1000 Jahre bis ein Meter Torf gewachsen ist. Achten Sie beim Einkauf von Blumenerde auf torffreie Erden, damit tragen Sie zum Erhalt der Moore bei. Torffreies Gärtnern ist also gelebter Moorschutz.

Wälder sind Lebensgrundlage für 80 Prozent aller landlebenden Arten und die Quelle von 75 Prozent des weltweiten Süßwassers. Verzichten Sie auf Palmöl in Ihren Lebensmitteln und unterstützen Sie damit, dass nicht noch mehr Wälder für Palmölplantagen abgeholzt werden.

Meere: 93 Prozent des weltweiten Kohlendioxids durchlaufen den marinen Kohlenstoffkreislauf. Seegraswiesen, Kelpwälder, Salzwiesen, aber auch durch Muscheln und andere riffbildende Arten entstandene Lebensräume, sind in der Lage, riesige Mengen an CO2 zu speichern. Jeder zweite Atemzug entstammt den Meeren.
Ohne Meere kein Leben, aber unsere Meere ersticken im Plastik. Kunststoffe sind extrem langlebig, einmal in der Natur, brauchen sie bis zu 500 Jahre, manche sogar deutlich länger, um sich zu zersetzen. Mikroplastik, das sind kleinste Kunststoffteilchen, wie sie z.B. in Peelings benutzt werden, beim Abrieb von Autoreifen entstehen oder in synthetischen Textilien enthalten sind. Andere Kunststoffe in Kosmetika dienen beispielsweise als Binde- und Füllmittel. Über unsere Waschbecken gelangen diese Stoffe ins Meer. Dort ziehen sie Gifte an und werden von Tieren gefressen. Eine große Gefahr für die Umwelt! Und das Endprodukt ist wieder CO2.  Fast Food und „to go“ machen Müll. Trennen Sie Ihren Müll und achten Sie beim Kauf von Kosmetikprodukten darauf, dass diese keine Mikroplastikpartikel enthalten. Am besten ist der Müll, der gar nicht erst entsteht.

Wenn Sie mehr tun möchten, vielerorts gibt es Aktionen Plastik zu sammeln. Das NABU-Projekt „Meere ohne Plastik“ gibt es schon seit 2010 und auch andere lokale Initiativen wie die Plastikpaten (https://www.plastikpaten.de) freuen sich über neue Mitstreiter. Beteiligen Sie sich doch an freiwilligen Säuberungsaktionen an Küsten, Stränden und Flussufern. Helfen Sie mit Kunststoff aus der Natur zu entsorgen, damit das für uns alle gefährliche Mikroplastik gar nicht erst entsteht.

Weltweit beteiligen sich 150 Staaten mit Aktionen am Tag der Umwelt. Der Weltumwelttag soll Mut machen und zeigen, dass alle etwas für die Erde tun können, jeder und jede von uns.

 

Mai 2022

Alles neu macht der Mai?

Endlich ist der Frühling da, auf zu neuen Ufern, weg mit altem Ballast. Sonne, Wärme und Hormone machen uns glücklich. Bevor wir nun in frühlingshaftem Überschwang vieles entsorgen und Schränke und Regale mit Neuem füllen, wäre vielleicht der Zeitpunkt für eine kleine Inventur?

Es ist erstaunlich, was da zusammenkommt. Allein an Schuhen. Schnell vergisst man die, die eben nicht jeden Tag gebraucht werden, die nur zu bestimmten Gelegenheiten getragen werden oder die "ganz unten im Schrank". Skistiefel, Wanderschuhe, helle Pumps zum Kleid, dunkle zum Anzug, Winterstiefel, Stiefeletten in braun und beige, ach ja und die High heels, Sneakers in weiss, grün, bunt, Sandalen, Slipper, Latschen, Badeschuhe…. Klingt schlimmer als die Steuerklärung? Ist es nicht, aber ebenfalls sehr lohnend.

Auf der Seite slaveryfootprint.org (Sklaverei-Fußabdruck) kann jeder mit einfachen Bildern und Schiebereglern einen Selbsttest machen. Er ist, ähnlich wie der ökologische Fußabdruck, ein Internet-Selbsttest. Slavery Foodprint will informieren und auf Sklaverei-ähnliche Produktionsbedingungen, Kinder- und Zwangsarbeit in der internationalen Konsumgüterbranche aufmerksam machen.

Ausgehend von der Frage: "Wie viele Sklaven arbeiten für dich?" können Nutzer:innen in elf Schritten ausgewählte Daten über ihre Konsumgewohnheiten eingeben. Die Daten können noch verfeinert werden, indem genauere Angaben gemacht werden. Daraufhin gibt die Website einen grafisch gestalteten "Fußabdruck" aus, der den persönlichen Anteil an der modernen Sklaverei verdeutlichen soll. Bei jedem Schritt informiert rechts ein panel über die Produktionsbedingungen bestimmter Güter.

Probieren Sie es aus: Welche Kosmetik und Pflegeprodukte stehen im Badezimmerschrank? Wie viel Schmuck versteckt sich in den Schubladen? Und wie steht es mit Elektronikprodukten – Fernseher, Tablet, Smartphone? Wie viele Jacken, Kleider, Schuhe finden sich in den Kleiderschränken? Und fast am wichtigsten: Wie viel Obst und Gemüse, Fisch, Milchprodukte, Fleisch und Getreide verzehren Sie?

Um die wahrscheinliche Anzahl von "Sklaven" zu ermitteln, die daran beteiligt sind, jedes dieser Produkte herzustellen, untersuchten die Autoren der Website die Lieferketten von 400 besonders stark nachgefragten Konsumgütern.

Das Projekt und dieser Artikel sollen nicht entmutigen, sondern motivieren sich beim Einkauf für die Eindämmung der Zwangsarbeit einzusetzen. Konsum verändert die Welt, leider oft zum Schlechten.

Konsumentscheidungen fällen wir jeden Tag – es kostet nur ein paar Gedanken mehr, sie bewusst zu treffen. Doch mit bewusstem Konsum können wir den Markt beeinflussen – und ihn damit auch verändern. Und ganz ehrlich, der eine oder andere ehemals so geliebte, aber in Vergessenheit geratene Gegenstand ist es wert, wieder neu entdeckt und nicht einfach ersetzt zu werden.

*Slavery Footprint setzt sich seit 2011 gegen die moderne Sklaverei ein. Damals gründete der Musiker Justin Dillon die Non-Profit-Organisation, die mit dem amerikanischen Außenministerium zusammenarbeitet.
 

April 2022

Freude

Über Nacht ist Schnee gefallen, deckt das zarte Grün zu, nach dem wir uns so gesehnt haben. Seufzend schauen wir aus dem Fenster, auch das noch. Es fällt schwer, in den letzten Wochen optimistisch zu sein und - dürfen wir uns überhaupt noch freuen? Die bleierne Stimmung liegt viel schwerer als Schnee auf allem, aber die Hektik unseres Alltags bleibt und treibt uns vor sich her.

Der Lärm der Zivilisation dröhnt unablässig, eine Welt, in der kaum noch Raum bleibt für das Ungebändigte und die Schönheit der Natur. Doch es ist wichtiger denn je, sie zu bewahren. Freude am Frühling, am Wachsen und Werden zu empfinden.

Sich an den nistenden Blaumeisen zu erfreuen, die auch das dichteste Schneegestöber nicht vertreibt. Ihre Zukunft ist ungewiss, aber sie haben eine unerschütterliche Geduld und Vertrauen. Der Anblick der kleinen, gerade mal 10 Gramm schweren, gelb-blauen Federbällchen lässt hoffen.

Natur lässt sich auch und gerade im Kleinen bestaunen und bewundern. Bei einem Spaziergang, auf einem Baumstamm oder einem Pferderücken sitzend können wir zumindest für eine kurze Zeit wieder ein Teil von ihr sein, ohne sie zu stören. Sie hat all das, was wir längst verloren haben, Freiheit, Ungebundenheit, Unerschütterlichkeit, Geduld. Von ihr können wir wieder lernen im Jetzt zu sein.

Endlich einmal innehalten, hinterfragen. Geduld üben. Kraft tanken - um sie weiterzugeben, an die, die gerade wirklich Grund haben zu verzweifeln - sie zu trösten, zu umarmen und zu erfreuen.

 

März 2022

Von Trieben und Stecklingen

Das Ziehen von Stecklingen von bestehenden Pflanzen ist die wohl einfachste Art, in kurzer Zeit viele neue Jungpflanzen zu bekommen. Warum nicht mal Stecklinge vorziehen? Sich selbst oder anderen eine Freude machen? Zu Ostern, zum Geburtstag oder einfach so verschenken? 

Zum Gewinnen von Stecklingen muss von der jeweiligen Pflanze im Frühling bis zum Frühsommer ein Trieb von 10 bis 20 cm Länge abgeschnitten werden, der mehrere Blätter besitzt. Es geht aber oft auch mit Zweigen, die erst Knospen haben.

Stichtag 1. März - ab jetzt ist es verboten, Hecken, Gebüsche oder Bäume abzuschneiden. Das Bundesnaturschutzgesetz schützt vor allem wild lebende Tiere und deren Lebensräume. Die in § 39 Absatz 5 Satz 2 Bundesnaturschutzgesetz aufgezählten Gehölze wie Bäume, Hecken, Gebüsche oder lebende Zäune dürfen deshalb zwischen dem 1. März und 30. September nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden.

Ganzjährig zulässig sind aber schonende! Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses. Die Hecke darf also in Form gehalten werden (wenn Nester darin sind!) und gegen den pflegenden Obstbaumschnitt hat das Bundesnaturschutzgesetz keine Einwände. Egal, ob im Herbst frisch gepflanzt, oder schon ins Alter gekommen.

Alle Obstbäume danken einen frühen und sachgemäßen Schnitt mit einem gesunden Wachstum. Wichtig ist, dass es nicht kälter als minus fünf Grad sein darf. Sonst ist das Holz zu brüchig und Schnittwunden der Bäume verheilen schlechter.

Es wäre schade, solche Zweige einfach in der Biotonne zu entsorgen. Stellen Sie sie in eine Vase mit Wasser an einen sonnigen Platz und mit etwas Geduld und Glück bekommt der Zweig noch Blätter und Blüten.

Oder versuchen doch mal Stecklinge zu ziehen. Einfach einen oder mehrere etwa fünfzehn Zentimeter lange, nicht verholzte Triebe in ein Wasserglas stellen. Idealerweise wird die Anzucht ins Haus verlegt, wo die Temperaturen konstant hoch liegen. Nach etwa zwei bis drei Wochen bildet der Steckling neue Wurzeln.

Doch nicht nur Zweige auch Pfefferminze, Rosmarin, Oregano, Thymian lassen sich so vermehren.  Der beste Zeitpunkt, um junge Thymiantriebe für eine Stecklingsvermehrung zu schneiden, ist kurz vor der Blüte –
am besten Ende April oder Anfang Mai.

Vom Oregano schneiden Sie einfach ein paar junge Triebe ab und stellen Sie diese ins Wasser. Wichtig für den Oregano sind nun vor allem Wärme und ganz viel Sonnenlicht.

Auch Himbeeren oder Rosen, hier bitte bei der Mutterpflanze darauf achten, dass es sich um wurzelechte Rosen und keine veredelten Exemplare handelt, eignen sich als Stecklinge.

Gibt es etwas Entspannteres als einer Pflanze beim Wachsen zu zusehen und den Frühling wirklich jeden Tag zu erfahren?

 

Februar 2022

Ein Hauch von Frühling- Aussaat im Februar

Noch ist tiefer Winter, noch im Dunkeln tastet man sich auf gefrorenen Wegen zur Arbeit, noch bildet der Atem Nebelwölkchen. Aber die Blaumeisen zetern schon in den kahlen Bäumen und die ersten Schneeglöckchen und andere Frühjahrsblüher sind mancherorts schon zu sehen. Im Boden warten die Kinder der Pflanzen, die Samen, auf die ersten kräftigen Frühlingsschauer und Wärme.

Samen bestehen aus einer schützenden Samenschale, dem Embryo und einem Nährgewebe, das ihn mit Nährstoffen versorgt. So kann der Samen keimen und so lange wachsen, bis er den grünen Farbstoff Chlorophyll erzeugt und damit Fotosynthese betreibt. Mit Hilfe von Sonne, Wasser und Kohlenstoffdioxid stellt er dann Sauerstoff und seine eigene Nahrung her. Das eine wie das andere die Lebensgrundlage für uns.

Wer den Frühling kaum noch erwarten kann: Einige Gemüse können im Februar bereits im Garten ausgesät werden. Unter Glas geschützt sind Frühlingszwiebeln, Pflück-, Eis- und Kopfsalat, Kohlrabi, Möhren, Rotkohl, Porree und Fenchel für die Aussaat bereit. Oder wie wäre es mit Pastinake, Radieschen, Knoblauch oder Kresse? Außerdem kann man bereits Gründünger wie Senf säen, um Beete bereits mit Nährstoffen anzureichern und aufzulockern, die jetzt noch nicht bepflanzt werden können.

Achten Sie auch beim Aussäen von Garten und Balkon auf das Biosiegel. Bio ist die bessere Wahl, nicht nur beim Essen! Die Pflanzen sind robuster. Zudem ist Ihre Pflanzenauswahl ein zentraler Faktor für den Erhalt und die Förderung von Biodiversität in Ihrem Garten. Beim Bund Naturschutz https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/bio-saatg…; finden Sie Informationen über Anbieter für regionales Saatgut.

Wer mit Gemüse nichts im Sinn hat, aber schon die übrige Bepflanzung planen möchte: Der BN-Onlineshop bietet regionales Saatgut für verschiedene Regionen Bayerns an. Hier kann man Mischungen aus mehrjährigen und dauerhaften Blühpflanzen, Kräutern und Gräsern beziehen. Die Mischung enthält ausschließlich Arten, die in der entsprechenden Region heimisch sind. Sie passen perfekt zum jeweiligen Standort und dem vorherrschenden Klima und sind deshalb deutlich widerstandsfähiger als gebietsfremde Pflanzen. Die Zusammensetzung lehnt sich an das alte und inzwischen leider häufig verschwundene Kulturlandschafts-Element der blütenreichen Feldraine und Säume an.

Genießen Sie die gemütlichen Winterabende, das Werkeln im Garten an einem sonnigen Winternachmittag und die Vorfreude auf das Wunder der Keimung. Das Wunder, dass der Frühling aus winzigen Samen wieder üppiges Grün sprießen lässt.

 

Januar 2022

Mit allen Sinnen

Ein schwieriges Jahr ist vergangen. Das Neue Jahr, erst ein paar Tage alt, wird mit vielen Erwartungen überfrachtet. Aber haben wir nicht gelernt, dass Erwartungen enttäuschen können? Also besser hoffen.

Hoffen heißt, die Realität sehen, wie sie ist, und trotzdem die Hoffnung haben, wir können es schaffen. Der Apostel Paulus sieht eine enge Verbindung zwischen Mensch und Kosmos bzw. Schöpfung. Wir hoffen auch für die Schöpfung.
Hoffen, dass die guten Kräfte stärker werden.

Aber das hängt auch von unserem Verhalten ab. Wenn wir die Schöpfung nur als Materie sehen, die wir benutzen und ausbeuten können, dann sprechen wir ihr die Hoffnung ab. Begreifen wir die Schöpfung als etwas Lebendiges, gehen wir sorgsam mit ihr um.

Gehen Sie hinaus in die Natur. Schaffen Sie eine ganz persönliche Bindung zwischen sich und der Schöpfung. Atmen Sie das Leben mit allen Sinnen ein, geben Sie ihm Geschmack, bringen Sie es in Bewegung.

Nehmen Sie sich Zeit für einen bestimmten Abschnitt Ihres Spaziergangs. Erleben Sie ihn mit allen Sinnen. Spüren Sie die Weichheit des Bodens oder tasten Sie sich vorsichtig über gefrorenen Stellen. Hören Sie die Stille.

Vielleicht ist bei einem der vorbeiziehenden Gedanken einer dabei, der Ihnen verrät, wo und wie Sie Ihrem Jahr 2022 eine neue Farbnuance oder eine besondere Geschmacksnote verleihen können.