Der aktuelle Umwelttipp

Februar 2024

Vorfrühling

Seit dem 11 Januar geht die Sonne endlich wieder früher auf. Die Tage werden länger und der Vogelgesang im Garten deutlich kräftiger. Bei milderen Tagestemperaturen verkünden Singvögel lautstark ihre Balzlaune. Schuld daran sind auch bei Vögeln die Hormone.

Rotkehlchen singen allerdings den ganzen Winter durch, vor allem nachts, weil sie ihre Territorien verteidigen. Die erste Vogelart, die wir im Jahr hören, ist meistens die Kohlmeise mit ihrem typischen "Zip Zäh" oder "Zip zip Zäh".

Obwohl sie jetzt im Februar nicht mehr allein singt, ist gerade jetzt eine gute Zeit, um sich mit Vogelstimmen zu befassen, vielleicht sogar zu lernen. Die Zugvögel sind noch nicht da, die Anzahl der Sänger ist also begrenzt und die Sonne geht noch nicht zu "nachtschlafender" Zeit auf. Damit die Vogelarten sich nicht gegenseitig übertönen, folgen sie einem genauen Zeitplan. Der Grad der Morgendämmerung ist der für jede Art typische Weckreiz - der allerdings durch die künstliche Beleuchtung in Großstädten auch etwas verschoben sein kann.

So beginnt die Kohlmeise 30 Minuten vor Sonnenaufgang zu singen. Mitte Februar kann man sie in München morgens um 7 Uhr auf dem Weg zur Arbeit hören. Die Singdrossel begleitet uns dagegen schon um 6.30 Uhr beim Zähneputzen, die Amsel stimmt 10 Minuten später ein. Und auch das Rotkehlchen trällert jetzt jeden Morgen zu gleicher Zeit los. Vielleicht vernehmen Sie kurze Zeit später einen Zaunkönig oder einen Stieglitz? Der Buchfink ist der "Langschläfer" unter den Vögeln und wird erst 10 Minuten vor Sonnenaufgang munter, am 13. Februar war es 7:15 Uhr.

Da die Sonne jeden Tag früher aufgeht, am 29.02. schon um 6.56 Uhr in München, wäre der Buchfink dann also schon um 6.46 Uhr zu hören. Lauschen Sie doch einmal und versuchen Sie, sich die Vogelstimmen zu merken. Eine gute Hilfe zur Vorbereitung ist die NABU Vogeluhr, wo nicht nur Uhrzeit und Vogel abgebildet sind, sondern auch der Gesang abgespielt werden kann (www.NABU.de/vogeluhr).

Im März bereichern dann Zilpzalp, Haus- und Gartenrotschwanz, der 80 Minuten vor Sonnenaufgang zu trällern beginnt, das Vogelkonzert. Im April und Mai treffen Mauersegler, Nachtigall, Pirol und Kuckuck bei uns ein.

Und natürlich gibt es jede Menge kostenlose Apps zu Vogelstimmen. Aber Berliner Forscher und Forscher des MPI in Hamburg- Eppendorf haben herausgefunden: Wer Vogelstimmen aktiv zuhört, assoziiert diese mit der natürlichen Umwelt und lenkt so seine Aufmerksamkeit vom Stress der Umgebung und der eigenen Gedanken ab. Dafür reicht ein Zeitraum von 6 Minuten aus. Also genießen Sie die morgendlichen Konzerte am besten ganz ohne App und Handy.

Viel Spaß und Entspannung dabei!
- wünscht Ihre Umweltbeauftragte


Infos unter:
www.NABU.de/vogeluhr ;
https://www.mpg.de/19363444/vogelgezwitscher-mentale-gesundheit
Sonnenaufgangszeiten finden sie im Internet: Ortsname und "Sonnenaufgangszeiten" eingeben ...